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Informationen über die Auswirkungen von Verkehrsmitteln auf die Gesundheit

Jeder Franzose im Alter ab 6 Jahren legt im Durchschnitt etwas mehr als 3 Fahrten pro Tag zurück (Quelle: Nationale Verkehrsumfragen 2008, SOeS, INSEE, Inrets). Die Mobilität ist daher eine Problematik, die uns alle betrifft.

Sie denken, dass Sie von den öffentlichen Personennahverkehrsmitteln als Alternative zum Auto nicht betroffen sind, weil Sie auf dem Land leben? Sie haben keine andere Wahl als das Auto zu benutzen, um zur Arbeit zu kommen? Haben Sie jedoch alle Lösungen in Betracht gezogen? Fahrgemeinschaft für den Weg zur Arbeit? Wenn sich keine Lösung für die Arbeit bietet, gibt es vielleicht eine für Ihren Urlaub? Oder um Brot kaufen zu gehen? Oder für Ihre Freizeitaktivitäten währen der Woche (Schwimmbad, Kino usw.)?

Wie wir dies in weiterer Folge sehen werden, hat die Wahl eines Verkehrsmittels einen direkten oder indirekten Einfluss auf seine eigene Gesundheit und jene der anderen. Das dürfen wir nicht vergessen....

Welche Wechselwirkungen zwischen Verkehrsmitteln und öffentlicher Gesundheit?

Die öffentliche Gesundheit ist ein Begriff, der im Verlauf der wissenschaftlichen Entdeckungen zahlreiche Entwicklungen erfuhr. Heute ist es in einem globalen Kontext wichtig, eine Reihe von Wechselwirkungen zu berücksichtigen, um die beobachteten Erscheinungen zu verstehen. Es ist zum Beispiel notwendig zu verstehen, auf welche Art die Lebensstile und -bedingungen (Umwelt-, soziologische Faktoren usw.) einen Einfluss auf die Gesundheit haben.

Der Bereich der Personenbeförderung, Synonyme der Mobilität und Barrierefreiheit, erzeugten Belästigungen (Lärm, Luftverschmutzung usw.), die sich auf die öffentliche Gesundheit auswirken.   

Die mit der Personenbeförderung verbundenen Schadstoffemissionen stellen eine bedeutende Belästigung dar, mit Feinstaub, Benzol oder auch den Stickoxiden, die zur Degradation der Luftqualität beitragen. Die wissenschaftlichen Daten sind sich einig darüber, dass für einen Europäer die durchschnittliche Schadstoffaussetzung während seines ganzen Lebens eine Reduzierung seiner Lebenserwartung von 9,6 Monaten mit sich führen soll.

Es sind bei der Wahl eines Verkehrsmittels noch andere Auswirkungen und Beeinträchtigungen zu berücksichtigen: Die Unfallursachenforschung in Verbindung mit jeder Verkehrsmittelart, der entstandene oder vermiedene Stress, der Lärm, die gewonnene Gesundheit aufgrund der Ausübung einer täglichen, körperlichen Aktivität usw.

Im Fall der Personenbeförderung handelt es sich somit um eine Summe von Faktoren, die in Sachen Gesundheit ausschlaggebend sind.

Welches Verkehrsmittel wählen?

Vergleich der Vorteile der verschiedenen Alternativ-Verkehrsmittel für eine gegebene Person im Verhältnis zum PKW:

KalorienverbrauchStressUnfallursachenforschungKostenZeit für eine Kurzstrecke im Stadtgebiet
Ich fahre mit dem Auto neutre négatif négatif négatif négatif
Ich fahre Rad positif neutre neutre positif positif
Ich gehe zu Fuß positif positif positif positif neutre
Ich benutze öffentliche Verkehrsmittel neutre positif positif positif neutre
Ich benutze oder biete Mitfahrgelegenheiten an neutre positif neutre positif négatif
positif Die Art des Verkehrsmittels hat positive Auswirkungen bezüglich der erwogenen Kriterie.
neutre Die Art des Verkehrsmittels hat keine besonderen oder gegensätzlichen Auswirkungen bezüglich der erwogenen Kriterie.
négatif Die Art des Verkehrsmittels hat negative Auswirkungen bezüglich der erwogenen Kriterie.

Weitere Informationen zum Kalorienverbrauch:

Eine regelmäßige, körperliche Aktivität, eine gute Ernährung, eine gute Flüssigkeitsversorgung: All dies trägt zu einer guten Lebenshygiene bei. Wenn die richtigen Gesundheitsverhaltensweisen eingeführt sind zeigen die Studien, dass man im Verhältnis zu Personen die keine haben, bis zu 14 Lebensjahre bei guter Gesundheit gewinnen kann.
Für eine 30 Minuten dauernde Strecke beträgt der Kalorienverbrauch für einen Autofahrer 43 Kalorien, er beläuft sich für einen Fußgänger auf 150 Kalorien (d.h. 3,5 Mal mehr) und für einen Radfahrer 214 Kalorien (5 Mal mehr).
Die Wahl, seine täglichen Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen ist eine sehr einfache Art, das Gesundheitsziel von 30 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag zu erreichen. Ist die Strecke zu groß besteht eine Lösung darin, die verschiedenen Verkehrsmittel zu verbinden, z.B. Zug und Fahrrad. Im Fall einer Strecke mit dem öffentlichen Verkehrsmittel ist es ebenfalls möglich, einige Haltestellen vor der üblichen auszusteigen, um den restlichen Weg zu Fuß zurückzulegen.

Weitere Informationen über den Stress:

Das Fahren eines Fahrzeugs erzeugt Stress. Glücklicherweise, denn dieser ermöglicht es dem Fahrer, aufmerksam zu bleiben. Kein Stress, wenn man zu Fuß geht, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, und man gewinnt Zeit zum Lesen, um sich auszuruhen oder selbst zur Kommunikation (SMS, E-Mails usw.)!

Weitere Informationen über die Unfallursachenforschung:

In Sachen Unfallursachenforschung ist es schwierig, die Risiken in Verbindung mit den verschiedenen Verkehrsmitteln zu vergleichen. Natürlich ist bei einem Unfall der Autofahrer in seinem Fahrzeug besser geschützt als ein Fußgänger oder ein Radfahrer. In Frankreich schätzt man, dass das Risiko eines Radfahrers getötet zu werden, pro Stunde die er im Stadtverkehr verbringt 3 Mal größer ist als jenes eines Autofahrers (Quelle: Bilanz der Unfallziffern des Jahres 2012, Frz. Interministerielles statistisches Zentralamt für Verkehrssicherheit). Man muss jedoch wissen dass, je größer die Anzahl der Radfahrer ist, desto weniger Unfälle verzeichnet werden. In den Niederlanden, europäisches Land in dem das Radfahren am stärksten entwickelt ist, ist dieses Risiko auf 1 zurückgegangen. Dies wird wie folgt erklärt: Die holländischen Auto- und Radfahrer haben gelernt zusammenzuleben und die öffentliche Hand berücksichtigt die Radwege in ihrer Stadtplanung. Die Sichtbarkeit des Radfahrers und das Lernen des richtigen Verhaltens beim Radfahren können ebenfalls dazu beitragen, die Risiken sehr stark zu verringern.

Weitere Informationen über die Jahreskosten der Verkehrsmittel:

Für eine tägliche, 5 km lange Strecke Wohnort-Arbeitsplatz während eines Jahrs (Quelle: Öko-Fahrtenrechner des Ademe):

  • Jahresdurchschnittskosten mit dem Auto (ohne Versicherung, Kredit/Leasing, Parkplatz und Instandhaltung): 1035 €
  • Jahresdurchschnittskosten mit dem Fahrrad: 105 €, das heißt eine Einsparung von 930 €
  • Jahresdurchschnittskosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln: 142 €, das heißt eine Einsparung von 893 €
  • Jahresdurchschnittskosten mit der Fahrgemeinschaft: 518 €, das heißt eine Einsparung von 518 €

Weitere Informationen über die Fahrtzeiten:

Die Hälfte der Nahverkehrsstrecken sind kürzer als 3 Kilometer. Berücksichtigt man die Zeit die man verliert um zu parken, ist das Fahrrad das schnellste Transportmittel im Stadtbereich.

Vergleich der Vorteile der verschiedenen Alternativ-Verkehrsmittel für die Gesellschaft im Vergleich zum PKW:

Luftqualität / TreibhauseffektLärmemission
Ich fahre mit dem Auto négatif négatif
Ich fahre Rad positif positif
Ich gehe zu Fuß positif positif
Ich benutze öffentliche Verkehrsmittel positif positif
Ich benutze oder biete Mitfahrgelegenheiten an positif positif

Weitere Informationen über die Luftqualität und den Treibhausgaseffekt:

Laut der WHO soll die Luftverschmutzung weltweit für 7 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich sein, davon 350 000 frühzeitige Ableben in Europa. Laut einer, in Österreich, der Schweiz und Frankreich durchgeführten Studie haben 50 % der, durch Luftverschmutzung verursachten Todesfälle als Ursache den KFZ-Verkehr.

Für eine tägliche, 5 km lange Strecke Wohnort-Arbeitsplatz während eines Jahrs (Quelle: Öko-Fahrtenrechner des Ademe):

  • Treibhausgasemissionen im Auto: 648 kg CO2-Äquivalent
  • Treibhausgasemissionen mit dem Fahrrad oder zu Fuß: Keine Auswirkung
  • Treibhausgasemissionen in öffentlichen Verkehrsmitteln: 167 kg CO2-Äquivalent
  • Treibhausgasemissionen im Mitfahrsystem: 324 kg CO2-Äquivalent

Weitere Informationen über den Lärm:

Auf die Frage "Welche Probleme stören Sie in Ihrem Viertel oder Ihrer Gemeinde am meisten?" antworten die Stadthaushalte in erster Linie: der Lärm (Quelle: INSEE PREMIERE, Oktober 2002). Nach dieser selben Umfrage erklärt jeder zweite Franzose (54 %), dass er bei sich zu Hause vom Lärm belästigt wird, 28 % sind oft oder ständig dadurch gestört.
Motor- und Fahrgeräusche auf der Straße sind die Hauptursache des Lärms in der Stadt. Hinzu kommt ebenfalls, dass viele Autofahrer die Hupe rücksichtslos nutzen (außer bei unmittelbarer Gefahr verboten), damit tragen sie zur Lärmbelästigung der Umwelt bei und dies für jedermann. Die öffentlichen Verkehrsmittel und die Fahrgemeinschaften tragen allein schon dadurch, dass sie zur Reduzierung der Fahrzeuge im Straßenverkehr beitragen, zur Verringerung der Lärmbelästigungen bei.

Einige Vorurteile über das Fahrrad

"Ich benutze mein Fahrrad in der Stadt nicht, denn es ist zu gefährlich."
Die städtischen Infrastrukturen in Frankreich berücksichtigen immer mehr die Nutzung des Fahrrads. Ursprünglich auf das Auto ausgerichtet, ist der Wandel der Städte zwar langsam, findet jedoch progressiv statt. Je mehr Fahrradfahrer auf den Straßen sein werden, desto schneller werden sich die Verhaltensweisen ändern.

"Ich muss Kinder in die Schule bringen, ich kann sie nicht mit dem Fahrrad mitnehmen"
Beweis in Bildern:

Vélo_enfants

Mit den Kindern Fahrrad fahren ist ebenfalls die beste Art, ihnen bereits im jüngsten Alter die Regeln und Gefahren des Fahrverhaltens klar zu machen.

"Es regnet, ich kann nicht mit dem Fahrrad fahren"
Beweis in Bildern:

Gut Ideen und zu übernehmende Gesten

Wir machen alle täglich zahlreiche Fahrten (Arbeit, Schule, Einkäufe, Hobby usw.) und das Auto bietet sich bei diesen täglichen Entscheidungen als einfache Lösung an. Aber hat man sich schon folgende Frage gestellt: Hätte ich nicht eine andere Wahl als mein Auto zu verwenden?

  • Und wenn ich zu Fuß gehen würde?
  • Und wenn ich den Bus nehmen würde? Den Rest der Strecke könnte ich zu Fuß zurücklegen…
  • Und wenn ich mitfahren würde? Mein Nachbar geht auch hin, schade die Strecke mit 2 Autos zurückzulegen...
  • Und wenn ich versuchen würde, mit dem Fahrrad hinzufahren?
  • Und wenn ich in ein E-Bike investieren würde, um mir bei diesem Anstieg zu helfen?

Es gibt viele Lösungen und die Vorteile, wenn man sein Auto in der Garage lässt, sind zahlreich.

Wussten Sie dies?

  • Die Autofahrer sind am meisten von der Luftverschmutzung betroffen. Kürzlich gemachte Studien haben erwiesen, dass die Schadstoffkonzentrationen im Inneren der Fahrzeuge aufgrund eines begrenzten Raums mit einem geringen Luftaustausch ziemlich hoch sein können.
  • Der Lärm soll für 15 % der verlorenen Arbeitstage und 20 % der psychiatrischen Internierungen verantwortlich sein, wobei die Verkehrsmittel die größte Lärmbelastungsquelle darstellen.
  • Die tägliche körperliche Aktivität fördert Ihre Gesundheit. Laut dem Gesundheits-/Ernährungs-Barometer 2002 erreichen in Frankreich 34 % der 12-75jährigen nicht das täglich empfohlene Maß an körperlicher Aktivität (mindestens der Gegenwert von 30 Minuten schnellem Gehen).

Schlussfolgerungen

Anhand der verschiedenen, auf dieser Seite genannten Faktoren sieht man, dass in Sachen Gesundheit die Wahl, eher das eine als das andere Verkehrsmittel zu verwenden, zahlreiche Auswirkungen gleichermaßen aus persönlicher als auch kollektiver Sicht hat.

Webseite im Rahmen des Regionalen Umwelt Health Plan 2010-2014 (PRSE2) in Partnerschaft mit erstellt:

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